Saatgut liegt ausgebreitet auf dem Tisch.
Papierhüllen mit Namen, Zahlen, kleinen Bildern.
Sie sind nach Aussaatzeitpunkt sortiert. März nach vorne, Mai noch zurückgestellt. Als ließe sich die Abfolge der Dinge ordnen.
Die Beete draußen sind vorbereitet. Im vergangenen Jahr angelegt, eingefasst, mit Kompost versorgt. Die Oberfläche wirkt ruhig. Keine Bewegung, nur Struktur.
Über allem steht der Vollmond. Sein Licht macht die Nächte heller, nicht wärmer.
Die Beobachtung der letzten Jahre sitzt fest:
Gerade jetzt fallen die Temperaturen noch einmal ab.
Zwischen Tisch und Garten liegt eine spürbare Spannung. Die Samen sind bereit.
Die Erde auch.
Und doch fehlt etwas.
Nicht viel. Nur ein paar Grad.
Der Impuls, jetzt schon zu beginnen, ist deutlich. Er sitzt in den Händen, im Blick auf die Beete, im Sortieren der Tütchen. Aber die Erfahrung widerspricht leise.
Das Erwachen soll nicht zum Wachrütteln werden.
Der Körper will loslegen.
Die Erfahrung sagt: Warte.
Und irgendwo dazwischen liegt der März.


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