Der phänologische Winter

Den phänologischen Winter erkennt man am vollständigen Laubfall von Stieleiche und Lärche.

Auch wenn zuvor bereits der erste zarte Schnee gefallen sein sollte, kehrt erst dann vollständige Ruhe im Garten ein, wenn Stieleiche und Lärche ihr Laub und ihre Nadeln annähernd vollständig abgeworfen haben.

Aber im Garten ist ja nie vollständige Ruhe. Auch im Winter ist es sinnvoll von Zeit zu Zeit durch den Garten zu streifen und nach dem Rechten zu sehen.

Wer seine Obstbäume noch nicht geschnitten hat, kann dies nach Bedarf noch im Winter an frostfreien Tagen erledigen.

Wer einen Gartenteich hat, prüft regelmäßig, dass eine Stelle der Wasseroberfläche eisfrei bleibt.

Besonders Kübelpflanzen, aber auch Gartenpflanzen müssen regelmäßig, gerade nach starken Niederschlägen und heftigen Winden, auf korrekten Sitz des Winterschutzes geprüft werden.

Wintergrüne und immergrüne Pflanzen benötigen auch im Winter Wasser. Daher lohnt ein gelegentlicher Blick unter die Pflanze um zu kontrollieren, dass die Erde nicht vollständig austrocknet.

Außerdem hilft es diesen Pflanzengruppen, wenn man sie nach Schneefällen von der Hauptlast des Schnees befreit. Der Schnee auf den Pflanzen kann schwer genug werden, um schwache Äste nach unten zu biegen, oder sogar abzubrechen. Schnee auf den Pflanzen lässt weniger Licht an das Laub und hemmt somit gerade bei wintergrünen und immergrünen Pflanzen die Photosynthese. In extremen Fällen können diese dadurch braun werden und letztlich absterben.

Wer Wildtieren, wie Vögeln mit Futterspenden durch den Winter hilft, kontrolliert regelmäßig, ob die Futterstellen sauber und aufgefüllt sind. Besonders bei geschlossener Schneedecke hilft die Zufütterung den Vögeln besser durch den Winter zu kommen.

Ob man aber nun das Vogelhaus auffüllt, oder mit einem Handfeger vorsichtig den Schnee von der Tanne kehrt, wichtig ist bei Frost keine grünen Pflanzenteile unnötig zu berühren. Bei Minusgraden platzen die Pflanzenzellen sehr leicht durch Berührung. Durch die geplatzten Zellen kann Fäulnis entstehen, die, wenn überhaupt, nur noch mit viel Aufwand im nächsten Gartenjahr zu beheben ist. Besonders empfindlich reagiert Rasen bei Belastung im Winter. Daher möglichst immer frostfreies Wetter abwarten, oder den Garten mit entsprechenden Wegen und Trittsteinen ausstatten.

Wer die Reglosigkeit des Winters im Garten nur schwer aushält kann sich nun um eventuelle Instandsetzungen an seiner „Gartenhartware“ kümmern. Vielleicht braucht der Zaun eine neue Latte, die Gartenhütte eine neue Schindel oder irgendwo wackelt ein Trittstein… Und wenn das alles erledigt ist, reicht die Zeit hoffentlich noch aus, um alle Gartenwerkzeuge und Gartengeräte von Schmutzresten zu reinigen, die Klingen und Schneiden zu schleifen, alles mit einem bioverträglichen Öl zu pflegen und für das nächste Jahr an seinen korrekten Platz zu drapieren.

Es ist aber auch keine Schande, einfach mal den Zauber des Winters und seine klare, kühle Ruhe zu genießen.



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