Laut phänologischem Kalender erkennt man den Frühherbst daran, dass die Holunderbeeren reif sind. Alternativ weist die Blüte der Herbstzeitlose auf den Frühherbst hin.
Zwar habe ich auf meinen Streifzügen aktuell noch keine vollreifen Holunder gesehen, aber die ersten Beeren sind an den Sträuchern schon typisch schwarz-lila gefärbt. Das bedeutet, dass wir gerade im phänologischen Übergang von Spätsommer zu Frühherbst sind.
Wer seinen Garten sinnvoll auf den Winter vorbereiten will, sollte jetzt das passende Kraftfutter für seine Pflanzen verteilen.
Wie sieht das passende Kraftfutter aus?
Kalium und Magnesium unterstützen die Pflanzen dabei ihre Zellwände auszuhärten. Das wiederum hilft dabei, dass weniger wintertypische Schäden, wie zum Beispiel erfrorene Triebe auftreten. Stickstoff regt die Pflanzen im Gegenzug dazu an neue Triebe zu machen, die dann aber vor dem Winter kaum noch Zeit haben auszureifen und winterhart zu werden. Es ist also wichtig gegen Ende des Sommers eine erhöhte Kalium- und Magnesiumdosis und eine reduzierte Stickstoffdosis zu düngen. Ein entsprechendes Mischverhältnis liefern sogenannte Herbstdünger.
Warum bereits im Sommer einen „Herbstdünger“ ausbringen?
Herbstdünger heißt nicht Herbst-Dünger weil man ihn irgendwann im Laufe des Herbstes ausbringt. Herbstdünger versorgt die Pflanzen für den Herbst.
Da der Garten zum Sommerende langsam das Jahresende erwartet ist es wichtig, dass die Pflanzen in die Winterruhe kommen. Das tun die Pflanzen im Normalfall von ganz alleine, da sie auf die sinkenden Temperaturen und die sich ändernden Lichtverhältnisse reagieren.

Durch die Gabe von kräftigenden Nährstoffen unterstützt man diesen natürlichen Prozess und leistet somit präventiven Pflanzenschutz für den Winter.
Ebenfalls sinnvoll ist ein kräftigender Nährstoffmix, wenn noch ein Schnitt der Gehölze geplant ist. Hier helfen Kalium und Magnesium den Pflanzen die Schnittstellen besser abzuheilen. Auch dadurch werden Folgeschäden reduziert.
So früh schon an den Winter denken?

Weil es im Winter zu spät wäre.
Dünger, der im Spätherbst oder sogar erst im Winter ausgebracht wird wirkt sich erst im darauffolgenden Frühjahr auf die Pflanzen aus. Bereits während des Laubabwurfs ändert sich der Stoffwechsel der Pflanzen und nach dem Laubabwurf kommt der Stoffwechsel der Pflanzen fast vollständig zum Stillstand.
Ebenso verhält es sich mit dem Bodenleben. Besonders organische Dünger in fester Form wirken zeitverzögert, da die Nährstoffe zunächst von Bodenorganismen umgewandelt werden müssen, bevor die Nährstoffe für die Pflanzen zur Aufnahme verfügbar sind. Bei Bodentemperaturen von 5°C oder niedriger kommt das Bodenleben jedoch zum erliegen und die Nährstoffbereitstellung ruht, gemeinsam mit den Pflanzen, bis es wieder wärmer wird.
Würde man also erst bei Laubfärbung oder gar Laubabwurf düngen, könnten die Pflanzen die Nährstoffe nicht mehr rechtzeitig vor dem Winter aufnehmen und verarbeiten.
Alternative zum gekauften Herbstdünger
Wer seine Pflanzen lieber mit Hausmannskost versorgt kann eine Jauche aus Brennesseln, Beinwell und auch Bananenschalen ansetzen. Alle diese Pflanzen(-teile) enthalten Kalium und Magnesium in einem guten Mengenverhältnis zu weiteren Nährstoffen und können dadurch sehr gut zur Kräftigung und Wintervorbereitung eingesetzt werden.
Gründüngung zu Herbstbeginn säen
Die Gründüngung, die man während der Wintermonate einsetzen kann bietet zwei große Vorteile.
– Kahle Stellen in den Beeten sind über die Wintermonate bewachsen und somit wird Erosion verhindert.
– Die Gründüngungspflanzen werden im Frühjahr gejätet und an Ort und Stelle in den Boden eingearbeitet und liefern ab dann konstant Nährstoffe für den Garten.
Winterspinat als Gründüngung
Mein persönlicher Favorit unter den möglichen Gründüngungspflanzen ist Spinat. Spinat ist einfach anzusäen, Winterspinat liefert über den gesamten Winter frische grüne Ernte und was am Ende des Winters noch im Beet steht ist leicht zu jäten und lässt sich gut in die Erde einarbeiten.
Hinweis: Winterspinat wird bereits im September gesät. Also rechtzeitig an die Saatgutbeschaffung denken.

Schreibe einen Kommentar