Das Garten-Tagebuch

Liebes Garten-Tagebuch, heute habe ich…

also offen gestanden, habe ich diese Art Tagebuchschreiben auf Anraten des Deutschlehrers mehrfach versucht und es nach wenigen Tagen einfach nicht weitergeführt. Ist halt einfach nicht mein Ding.

Warum aber schreibe ich dann jetzt hier einen Beitrag mit dem Titel „Das Garten-Tagebuch“?

Weil es sich hier um ein etwas anderes Konzept handelt. Es geht weniger darum die täglichen Ereignisse und Arbeiten nochmal durchzukauen, sondern vielmehr um Datenerfassung. Daten, die nützlich und wichtig für das Gartenwohl sein können und Daten, die man in dieser Präzision für den eigenen Garten-Standort nirgends erfragen oder nachschlagen kann.

Zahlen, Daten, Fakten

  • Niederschlagsmenge – evtl. Dauer
  • Sonnenstunden
  • Nebel, Eis & Sturm
  • höchste und niedrigste Temperatur des Tages

Wenn man diese Daten im eigenen Garten ermittelt und sammelt, kann man mit der Zeit eine eigene Wetter- und sogar Jahresprognose für sein eigenes kleines Ökosystem erstellen. Nicht im Sinne von „Morgen wird das Wetter xy Grad und der Wind weht aus Nordwest“ aber im Sinne „Ich brauche es dieses Jahr gar nicht erst mit Tomaten im Freiland versuchen“. Oder in dem Sinne, wann denn mit den Eisheiligen zu rechnen ist. Die allgemeinen Bauernregeln können erstaunlich zutreffen, wenn man das Wetter lokal beobachtet.

Bauernregeln, mehr als Aberglauben.

Wer heute den allabendlichen Wetterbericht verfolgt kann kaum nachvollziehen, dass die Bauernregeln jemals mehr als Hirngespinste waren. Mancher Wetterbericht scheint diesem Beispiel aber auch in nichts nachzustehen. Sind die unterschiedlichen Wettermodelle und Wetterprognosen doch oft sehr uneinig in ihren Aussagen und am Ende kommt es oft genug vor, dass keines der angekündigten Wetter tatsächlich eintritt.

Die Bauernregeln wurden zu einer Zeit zusammengetragen, als Wetterbeobachtung noch extrem lokal stattfanden. Jeder Landwirt, Bauer, Gemüsegartenbesitzer richtete mehrmals am Tag seinen Blick in den Himmel oder zum Horizont um abzuschätzen wie sich das Wetter entwickelt. Mit den Jahren entwickelt man ein Gespür oder erkennt Muster wieder. Über die Jahrhunderte hinweg entstanden aus diesen Beobachtungen und Erfahrungen die Bauernregeln.

Manche Bauernregeln lassen sich heute wissenschaftlich erklären, wie zum Beispiel, dass die tieffliegenden Schwalben den nahenden Regen anzeigen.

Andere, wie „Kräht der Hahn im Mai, ist der April vorbei“ wirken eher wie ein verspäteter Aprilscherz.

Und dann gibt es die, die einer Art Verleugnung gegenüber stehen. Hier fällt mir die Regel zu den „Eisheiligen“ ein. Über meine Jahre in der Baumschule haben sehr viele Kunden bei Erwähnung der „Eisheiligen“ abgewunken. Die gäbe es ja gar nicht mehr. Das gemeine ist aber: doch, es gibt sie noch. Und sie sind tückischer geworden! Die Eisheiligen fielen seit jeher sehr unterschiedlich aus. Auch der Zeitpunkt wann sie auftreten hängt mit äußeren Faktoren wie zum Beispiel dem Standort zusammen. Im Norden Deutschlands treten die Wetterlagen, die als „Eisheilige“ bezeichnet werden in der Regel früher im Jahr auf, als im Süden Deutschlands. Generell sind die Kaltwetterlagen, also die Eisheiligen auch um einiges milder in ihren Ausprägungen, als vor Jahrzehnten, aber es kommt in unregelmäßigen Abständen immernoch zu den extremen Kälte-Einbrüchen, die diesem Wetterphänomen seinen Namen gab. Wer zuverlässig abschätzen möchte, wie sich das Wetter im Jahresverlauf im eigenen Garten gestalten wird, sollte seine eigene Wetterbeobachtung und Wetteraufzeichnungen betreiben.

Gartentagebuch zum bestellen

Seit ich begonnen habe, mein eigenes Wetter zu beobachten, nehme ich mir das Gartenjahrbuch von Kraut&Rüben zu Hilfe. Ich mag sowohl das Format, als auch die Aufmachung, und ich genieße es, dass zu jedem Monat noch eine kurze Garten-Information eingefügt ist, die einen groben Überblick über die nächsten Gartentätigkeiten und anderes Wissenswertes präsentiert.

Ganz besonders schätze ich, dass an den jeweiligen Tagen im Gartenjahrbuch die passende Bauernregel eingetragen ist. So kann man seine Beobachtungen in die vorgesehenen Felder eintragen und selbst nachvollziehen welche Regeln vielleicht, oder vielleicht auch nicht auf den eigenen Garten zutreffen.

Prosa im Tagebuch

Natürlich ist es jedem freigestellt auch die Dokumentation der eigenen Tätigkeiten in einem Garten-Tagebuch niederzuschreiben. Und für Notizen bietet auch das Gartenjahrbuch von Kraut &Rüben platz, mir persönlich scheint jedoch für derartige Aufzeichnungen ein Ordner-System passender. Da kann man nach Themen sortieren, Seiten ergänzen und auch noch anderes mit dazuheften (gepresste Pflanzenteile, Seiten aus Magazinen mit passenden Beiträgen…)

Spannend finde ich in meinen persönlichen Aufzeichnungen nachvollziehen zu können, wann zum Beispiel die Zitruspflanzen um vergangenen Jahr nach draußen durften und wann dazu im Vergleich in diesem. Oder auch andere Ereignisse, wie der erste Schnee, oder das erste Grün im Frühjahr…

Wer es gerne selbst ausprobieren möchte (nein, ich bekomme hierfür keine Provision) kann das jeweilige Gartenjahrbuch und weitere Interessante Literatur direkt beim Verlag bestellen.



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