Wenn man „Optimismus“ rückwärts liest, steht da:
„Sumsi mit Po“
Das erste Mal in meinem Leben hörte ich diesen Satz von einer Auszubildenden meines früheren Arbeitgebers. Sie sagte es genau in dem Moment, als eine Hummel vor meinen Augen die ersten zarten Blüten des Jahres suchte. Es war ein typischer, grauer, nasser und kalter Tag im Vorfrühling. Nur dass dieser nasse, kalte, graue Tag eben bereits warm genug war, um diese Hummel aus ihrem Winterquartier zu locken.

Ich dachte mir: „Optimismus trifft da echt zu.“ (In Bezug auf dieses winzige Tier, das sich anders als ich, ohne dicke Winterjacke ins Freie traut.)
Und als ich dann auch noch ihren flauschigen, etwas pummelig wirkenden Po sah, war es um mich geschehen… Noch Tage später spürte ich den Muskelkater im Bauch, der auf den ungebremsten Lachanfall folgte, den diese Gedanken und Bilder verursacht hatten.

Auch Jahre später kann ich keine Hummel ansehen, ohne zumindest zu grinsen. Und in Gedanken, oder auch bei Freunden nenne ich Hummeln schon lange nur noch „Sumsi mit Po“.
Einige Sommer später waren eine Kollegin und ich mit der Pflege der sommerblühenden Stauden beauftragt. Bei den Echinacea angekommen rief sie mich zu sich. Sie hatte eine Hummel gestört. Es war noch früh am Morgen und das Tier war offensichtlich noch nicht ganz wach – es hob mehrfach langsam eines seiner mittleren Beinchen. Die Staudengärtnerin mit einer sehr ausgeprägten Affinität für Wildbienen und andere Insekten erklärte mir dann, dass Hummeln auf diese Weise sagen: „Geh bitte weg!“ Diese bitte kann wohl jeder verstehen, wo wir das kleine Wesen doch offensichtlich „im Bett“ gestört hatten.

Das taten wir dann auch, also weggehen, und beschlossen diese Pflanze einfach später zu bearbeiten. Und als wir schließlich auch die „Hummel-Echinacea“ putzten, weil alle anderen inzwischen fertig waren, war die Hummel nicht mehr da.
Auch wenn die Wissenschaft erklärt, dass zumindest weibliche Hummeln sehr wohl stechen können und keinesfalls ihre Kauwerkzeuge zur Verteidigung einsetzen, sind sie sehr friedliche Geschöpfe. Wenn man dieser Friedfertigkeit mit besonnenem Handeln begegnet, darf man zuverlässig davon ausgehen, dass es zu keiner Auseinandersetzung mit einer Hummel kommen wird.
Nur wenn sie sich in die Enge getrieben fühlen, oder sie gequetscht werden kann es passieren, dass sie sich verteidigen.

Eine Hummel zu beobachten, wie sie von Blüte zu Blüte und von Gewächs zu Gewächs pilgert ist für mich immer wieder ein schönes Erlebnis. Und es braucht nicht einmal viel Abstand, ein paar handbreit genügen schon, dass diese Tiere sich absolut ungestört fühlen und ihren Beobachter regelrecht links liegen lassen.
Ebenso spannend kann es sein auf die Farben der Hummeln zu achten, diese verraten um welche Hummel es sich ganz genau handelt. Denn Hummel ist nicht gleich Hummel – nicht einmal, wenn man sie „Sumsi mit Po“ nennt.

Schreibe einen Kommentar