Rasen kann viele Krankheitsbilder aufweisen. Neben Hexenringen, gelben Flecken, Unkraut- und Moosbefall sowie weiteren Krankheiten gibt es auch den

Schimmel
Schimmel im Rasen ist kein Grund sich zu schämen. Rasen-Schimmel ist aber Grund zu handeln!
Um fach- und sachgerecht handeln zu können muss man zunächst wissen worin die Ursachen für die Schimmelbildung im Rasen liegen. Bekämpft oder behebt man die Ursache für Schimmel ist das Problem endgültig gelöst. Bekämpft man nur den Schimmel direkt, wird er immer wiederkehren, da die Ursache für das Fehlbild im Rasen ja weiterhin vorhanden ist und somit für den Rasen keinen guten Lebensraum bietet, dem Schimmel im Gegenzug dazu aber beste Voraussetzungen liefert.
Wie die meisten Schimmel kann auch Rasen-Schimmel nur dann gedeihen, wenn es konstant feucht genug für ihn ist. Die Ursache für die Dauerfeuchte liegt entweder in zu schnell aufeinander folgenden Wassergaben oder an mangelnder Bodenqualität. Schattige Bereiche, die mangels direkter Sonneneinstrahlung eher langsam abtrocknen, erschweren die Situation zusätzlich. Diese Ursachen begünstigen die andauernde Feuchtigkeit. Ebenfalls zu Feuchtigkeitsproblemen im Rasen kann der sogenannte Rasenfilz führen. Das ist eine Schicht aus abgestorbenem, organischem Material. Diese Schicht schränkt die Belüftung des Bodens ein, zusätzlich dazu trocknet sie sehr langsam und bietet als Extrazugabe einen willkommenen Nährboden für Schimmel darstellt.
Das eigene Gießverhalten oder die Regenhäufigkeit in jüngerer Vergangenheit lassen sich schnell und einfach als Ursache des Rasen-Schimmels identifizieren oder auch ausschließen. Wer keinen Regenmesser nutzt, oder diesen gerade nicht zuverlässig auswertet, kann im Internet fündig werden, welche Niederschläge es zuletzt gab.
Auch den Rasenfilz als Ursache kann man leicht und einigermaßen unkompliziert identifizieren. Besonders in dem Bereich des Rasens, der von Schimmel befallen ist, wird mit einem Rechen, einer (Hand-)Harke oder einem Rasenkamm mit etwas Druck über den Rasen gezogen. Kommt dabei abgestorbenes, verfilztes Material zum Vorschein ist hier wenigstens ein Teilschuldiger entlarvt.
Bei Schimmelbildung im Rasen kann der Grund aber auch im Untergrund liegen. Nämlich in verdichtetem Boden. Wodurch der Boden verdichtet wurde spielt dabei keine Rolle. Die schlechte Belüftung und das reduzierte Bodenleben die aus der Verdichtung resultieren schaden dem Rasen und müssen behoben werden.
Ob der Boden verdichtet ist erkennt man durch eine Spatenprobe. Bereits beim Einstechen des Spatens in den Boden, lässt sich spüren, ob der Boden eher locker-leicht, oder pampig-verbacken ist. Ein Griff in den Spatenspalt und ein betasten der Erdschichten gibt weiteren Aufschluss. Sandige Böden würden sich mit wenig Krafteinsatz bröseln und zerkrümeln lassen. Das gleiche gilt für locker-humose Böden. Bei verdichteten Böden wird man toniges oder lehmiges Grundmaterial im Spatenspalt vorfinden. Eindeutig erkennbar an der Modellierbarkeit solcher Böden. Hier kann man Dellen und Muster in die Bodenschichten drücken, kneten und kratzen.
Oft treten die Ursachen für Rasen-Schimmel in Kombination auf.
Wenn aber tatsächlich nur Überwässerung als Ursache vorliegt, muss lediglich der Wasserhaushalt nachreguliert werden. Zu kurze Gießintervalle werden systematisch auf ein gesundes Maß verlängert. Regen lässt sich dagegen weniger einfach regulieren. Wenn aber Regen als Ursache identifiziert ist und davon ausgegangen wird, dass es sich nicht um ein einmaliges Wetter-Phänomen handelt, sollte der Boden dem zu Viel an Regen angepasst werden. Die Durchlässigkeit für Wasser kann ohne Umgraben verbessert werden, indem man den Rasen gründlich lüftet, also dünne Löcher in den Böden sticht. Dafür gibt es unterschiedliche Werkzeuge im Fachhandel zu erwerben, oder auch zu mieten. Nach der Lüftung ist wichtig ein Gemisch aus Bodenaktivator und Sand in diese Löcher einzubringen. Dafür einfach das Gemisch über der gelüfteten Stelle verstreuen und sanft einschlemmen, also mit weichem Wasserstrahl in die Löcher spülen.
Rasenfilz muss entfernt werden. Dafür gibt es unterschiedliches Werkzeug. Ein Rasenkamm ist die Empfehlung meiner Wahl. Der Rasenkamm entfernt sehr sanft das abgestorbene Material von der Bodenoberfläche und ritzt dabei die Erde ganz leicht an. Das Anritzen sorgt zusätzlich zur entfernten Filzschicht für bessere Belüftung des Erdreichs. Das Kämmen des Rasens sollte mindestens im schimmelanfälligen Bereich zur regelmäßigen Rasenpflege ergänzt werden.
Verdichteter Boden hat etliche, in einem Garten unerwünschte Eigenschaften. Um Rasen-Schimmel als Folge von Bodenverdichtung zu beheben muss die Bodenverdichtung selbst behoben werden. In schlimmen Fällen kann es hilfreich sein zu Spezialgeräten zu greifen. Eine Druckluftlanze kann zur Bodenverbesserung eingesetzt werden indem mittels Druckluft poröses Material in unterschiedlich tiefen Schichten in den Boden geblasen wird. In weniger extremen Fällen kann es bereits genügen den Rasen gründlich zu Lüften und dann ein Gemisch aus Bodenaktivator und Sand in die Lüftungsröhren im Boden einzuspülen. Dieser Vorgang sollte mehrmals wiederholt werden. Eine einmalige Lüftung reicht nur in leichten Fällen aus, die Schimmelanfälligkeit des Bodens dauerhaft zu beheben.

Was kann sonst noch bei Schimmel im Rasen getan werden?
Natürlich kann man die betroffene Stelle vollständig abtragen, samt etlicher Zentimeter Erdreich. Neue Erde und neuen Rasen ausbringen und darauf vertrauen, dass das Problem auf diese Weise behoben ist. Das kann auch durchaus so passieren. Diese Methode kann aber genauso gut nicht funktionieren.
Schimmelmittel, ob chemischer oder biologischer Natur können nur den Schimmel angreifen, nicht aber dessen Ursache beheben. Es ist also nur eine sehr kurzfristige Lösung und kann höchstens als begleitende Schimmelbekämpfung, nicht aber als zielführende Dauerlösung betrachtet werden.
Bodenleben fördern ist eine sehr gute aber leider auch langsame Methode die Verdichtung aus dem Erdreich zu entfernen. Zwar würden effektive Mikroorganismen durch regelmäßigen und langfristigen Einsatz die Ursache in den Griff bekommen. Das würde aber so lange Zeit benötigen, dass der Rasen bis dahin aufgegeben haben wird. Dennoch können die effektiven Mikroorganismen in Verbindung mit Lüften und Einschlemmen von Sand und Bodenaktivator dazu beitragen, dass der bereits sichtbare Schimmel an seiner weiteren Ausbreitung gehindert wird. Auch wirken die effektiven Mikroorganismen sofort gegen den vorhandenen Schimmel, und erleichtern so den Umgang mit dem kranken Rasen, bis die mechanischen Pflanzenschutz-Maßnahmen Wirkung zeigen können.
Zimt gegen Schimmel funktioniert tatsächlich. Da Zimt aber keinen Unterschied macht, welchen Schimmel er abtötet und es im Gartenboden viele wichtige und gesunde Schimmel-Arten gibt, sollte Zimt nur eingesetzt werden, um einen akuten Befall einzudämmen. Es ist keine Dauerlösung und auch keine sehr gute Spontanlösung.
Ganz anders kann man der verdichteten und dauerfeuchten Situation im Garten natürlich begegnen, indem man aus der Not eine Tugend macht, und die Stelle zu einem Beet umgestaltet. Pflanzen die dauerfeuchte Böden bevorzugen sind zwar selten, aber es gibt sie. Außerdem kann man bei der Beet-Anlage auch gleich entsprechende Bodenanpassung vornehmen.


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