Pflanzenpflege am Beispiel Jungfernrebe

Pflanzenpflege klingt immer gleich nach so viel Arbeit.

Leicht kann man sich dabei vorstellen, dass man zunächst schwere Bücher wälzt, in der Hoffnung die richtige Pflanze zu finden und dann auch noch die Beschreibungen und die Graphiken zu verstehen versucht. Das ist bei mancher Pflanze auch wirklich sinnvoll. Bei manch anderer Pflanze aber ziemlich überflüssig.

Viele Ziersträucher oder Ziergehölze können mit wenigen Handgriffen vor der Gefahr von Blattkrankheiten bewahrt werden.

Auf einem Spaziergang bin ich an einer Jungfernrebe (Parthenocissus tricuspidata) vorbeigekommen. Ein Blick mit langjährig trainiertem Auge offenbarte einige kleine Mängel. Kleine Mängel können, wie in vielen anderen Situationen, auch bei Pflanzen zu großen Mängeln führen. Und weil ich Pflanzen mag und diese Pflanze auf öffentlichem Raum war, habe ich einfach mal kurz hingefasst.

Ein zerfetztes Blatt.

Ein abgestorbener Zweig
Ein Blatt mit Loch und verfärbtem Rand

Binnen Sekunden, es war wirklich in  weniger als einer Minute, waren die wenigen Handgriffe erledigt.

Nur beschädigtes Laub und Pflanzenteile, die ohnehin nur noch lose in der Jungfernrebe hingen herausgenommen und weil die Natur es auch nicht anders macht, die „abgefallenen“ Pflanzenteile unter der Pflanze auf den Boden gelegt.

Fertig war der ganze Zauber. Weil ich gerne durch Pflanzen streichle, wie durch das Fell eines großen zotteligen Hundes, habe ich mir diese Liebkosung noch gegönnt und mich von der Hübschen verabschiedet.

Abgesehen von meinem ausgeprägten Pflanzen-Spleen;

Was sollte das?

Ganz einfach:

  • Das entfernen toter Pflanzenteile reduziert die Angriffsfläche für Pilzkrankheiten bei Pflanzen. Besonders totes Material ist sehr anfällig für Pilzbefall – sind ja die Pilze wichtige Zersetzer toter organischer Masse in der Natur.
  • Das entfernen der zerfetzten Blätter kann ebenfalls helfen Pilzerkrankungen einzudämmen. Zerrissene Blätter haben, bis die Pflanze es heilen konnte, offene Stellen. An diesen können sich Pilzkrankheiten leichter ansiedeln als an intakten Blättern.
  • Durch das Laub strubbeln soll die Pflanze in Bewegung versetzen. Einerseits können bisher übersehene tote Teile so zum Vorschein kommen oder direkt nach unten fallen. Zum anderen können Blätter und Triebe, die bei meinem Eingriff eventuell weggedrückt wurden, wieder dahin zurück, wo sie nach einem Windstoß auch enden würden.

Am Ende ist es aktiv betriebene Pflanzen-Hygiene und somit eine Form von präventiver Pflanzenschutz.

Feldwespe auf Jungfernrebe – vermutlich auf Beutesuche


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