Allelopathie-Partner und was sie können

Im letzten Beitrag zum Thema Allelopathie habe ich, als einen von zwei Wegen der Allelopathie-Nutzung die Allelopathie-Partner anhand der zu schützenden Pflanze aufgelistet.

Nun werde ich den anderen Weg darstellen. Dieser Weg geht vom Allelopathie-Partner selbst aus. Dabei kann nun nicht mehr einfach in einer Liste nachgeguckt werden, welcher Partner für meine aktuelles Problem der passende ist. Hier erhält man durch die Liste eine Auswahl von meist mehreren potentiellen Partnern. Die potentiellen Partner aus dieser Liste müssen vor ihrem Einsatz aber erst noch mit den Standort-, Nährstoff- und Wasseransprüchen, sowie auch im Wuchsverhalten abgeglichen werden.

Ein Beispiel:

Auch heute noch werden in direkte Nähe zu Rosen (Rosa) Lavendel (Lavandula angustifolia) gepflanzt um die Rosen vor Blattläusen zu schützen. Dabei wird aber nicht berücksichtigt, dass der Lavendel eine magere, trockene und durchaus heiße Umgebung bevorzugt. Die Rose im Gegensatz dazu gedeiht ideal auf einem nährstoffreichen und lehmig-humosen Boden. Auch die bevorzugte Wassermenge ist bei Rosen deutlich über dem Bedarf eines Lavendel. Resultat ist in dieser Situation meist, dass entweder der Lavendel übergossen wird. Dieser gedeiht nur mäßig und der Effekt auf die Blattläuse stimmt mit seinem Wohlbefinden überein. Anders herum kann es auch sein, dass den Ansprüchen des Lavendel mehr nachgekommen wird. Das Beet wird eher trocken als feucht gehalten. Resultat hieraus ist, dass die Rose weniger gut versorgt ist, als sie es benötigt um gesund und kräftig zu wachsen. Daraus ergibt sich dann wiederum, dass die Rose aufgrund der Haltungsform so geschwächt ist, dass die Blattlausabwehr des prächtigen Lavendel daneben auch nicht mehr viel rausreißen kann.

Anhand dieses Beispiels lässt sich erahnen, dass es manchmal etwas Hirnschmalz brauchen kann, bis man den idealen Allelopathie-Partner gefunden hat.

Aber es lohnt.

Im Bild ist eine sehr junge aber prächtig gedeihende Weinpflanze zu erkennen. Seit dieser Wein (Vitis vinifera) sein Pflanzgefäß mit einer Minze (Mentha) teilt, ist kein Mehltau mehr aufgetreten. Selbst, als die zu nah gekommene Tomate (Solanum lycopersicum) am Ende jenes Jahres an Mehltau litt, wurde der Wein nicht befallen.

Hier also nun die Auflistung, der mir bisher bekannten Allelopathie-Partner mit ihren jeweiligen Fähigkeiten.

Allelopathie-Partner
Helfer
Effekt/Auswirkung
Schützt vor/Hilft bei:
Schützlings-Empfehlung
Besonderheit
Basilikum
(Ocimum basilicum)
Mehltau und Braunfäulebesonders günstig zu Tomate, Aubergine und Gurke
Bohnenkraut
(Satureja hortensis) und (Satureja montana)
Blattläuseschützt über Duftstoffe in der Luft. Kann also auch in einem Topf neben der zu schützenden Pflanze stehen. Gut geeignet bei Rosen
Borretsch
(Borago officinalis)
Läuse und SchneckenBesonders Gurken profitieren von Borretsch
Dill
(Anethum graveolens)
Lässt Obst und Gemüse besser gedeihen.Dill macht Menschen glücklich. Pflanzen auch. Wo Dill sprießt gedeiht alles besser, als ohne. Besonders positiv Dill+Gurke im Beet
Kamille
(Matricaria chamomilla)
Bewurzelungshilfe
Stärkt Pilzabwehr
Kamillentee als Zusatz beim Angießen
von Aussaaten hilft, dass die die Saat schneller keimt. Bei frisch gepflanzten Pflanzen kann Kamille das Einwachsen begünstigen.
Kerbel
(Anthriscus)
Ameisen, Erdflöhe, Läuse, Schnecken, und echten Mehltau
Kapuzinerkresse
(Tropaeolum majus L.)
zieht die schwarze Blattlaus zu sich – und somit von anderen Pflanzen wegkann immer und überall ergänzt werden
Knoblauch
(Allium sativum L.)
PilzkrankheitenErdbeeren profitieren besonders von Knoblauch
Minze
(Mentha)
Krautfäule bei Kartoffeln
Läuse an Bohnen
Mehltau bei Wein, Stachelbeere und Felsenbirne
Nicht geeignet zu Rosen. Minze wuchert zu sehr und stört mit diesem Verhalten die Rose.

Gegen Schnecken getrocknete Minze auf und um die Pflanzen verteilen.
Meerrettich
(Armoracia rusticana)
Birnengitterrost und Monilia
Rainfarn
(Tanacetum vulgare)
Blattläuse, Milben, Raupen, Möhrenfliege, Apfelwickler und PilzkrankheitenAchtung: Rainfarn-Sud ist giftig und sollte nicht eingesetzt werden
Rainfarn-Laub kann Lageräpfel haltbarer machen
Salbei
(Salvia officinalis)
SchneckenGetrocknet auf und um die Pflanzen verteilen wirkt am besten.
Schnittlauch
(Allium schoenoprasum)
Apfelschorfsowohl Kultur-Apfel als auch Zier-Apfel
Thymian
(Thymus vulgaris)
Raupen, Blattläuse, Möhrenfliege, Schneckenzusätzlich zu Pflanze Rückschnitt oder Ernteabfälle im Beet verteilen. Das erhöht den Effekt
Wermut
(Artemisia absinthium)
Säulenrostbesonders Johannisbeeren
auch Himbeeren/Brombeeren
Ysop
(Hyssopus officinalis)
jede Art Pilzbefall
Läuse
Rosen, Stachelbeeren, Kirschen
Zitronenmelisse
(Melissa officinalis)
KräuselkrankheitSteinobst (Kirsche, Mandel, Zwetschge…) also alle Prunus.

Sogar bei Kirschlorbeer positive Effekte gegen Pilzkrankheiten

Keine echte Allelopathie, aber dennoch eine gute Kombination:

Verfestigter Boden kann von Kümmel (Carum carvi) gelockert werden, was vielen anderen Pflanzen zu Gute kommt. Besonders Kartoffeln (Solanum tuberosum) gedeihen sichtbar besser in Kombination mit Kümmel.

Interessiert dich noch mehr zu diesem Thema zu erfahren? Dann lies hier weiter.

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