In den vorangegangenen Beiträgen zum Thema Allelopathie habe ich sehr viel Theorie beschrieben.
Wie bei allen Wissenschaften und deren praktischer Anwendung ist es auch bei der Allelopathie wichtig zunächst ein gewisses Vorwissen zu haben, bevor man mit der Anwendung startet. Es kann durch Falschanwendung immerhin zu ungewollten Nebeneffekten kommen, die im schlimmsten Fall den gewünschten Effekt umkehren.
Nun aber möchte ich den eher praktischen Aspekt der Allelopathie veranschaulichen.
Wie also setze ich die Allelopathie-Partner ein?
Zunächst ist es wichtig zu klären, welche Partner für das Vorhaben in Frage kommen.
Das Beispiel Edel-Rose möchte ich ausführlich beschreiben:
Zielsetzung:
eine möglichst positiv wirkende Begleitpflanzung zu einer
Edel-Rose
Vorbedingungen durch die Edel-Rose:
- Edel-Rosen erreichen Wuchshöhen zwischen 70 und 120cm. Damit die Rose weiterhin zur Geltung kommt dürfen die Beet-Partner sie nicht dominieren, oder gar überwuchern.
- Rosen bevorzugen tiefgründige und humose Böden. Das heißt sie gedeihen auf nährstoffreichen, leicht feuchten, aber nicht staunassen Böden am besten. Die Beet-Partner müssen diese Bodenvorlieben teilen.
- (Edel-)Rosen reagieren mit Krankheitsanfälligkeit auf Bedrängung. Es sollen also keine Beet-Partner zum Einsatz kommen, die so wüchsig sind, dass sie der Rose zu nahe kommen.
- (Edel-)Rosen neigen zu Blattkrankheiten in Form von Pilzinfektionen. Es muss ein Beet-Partner her, der das abmildern oder sogar abwenden kann.
- (Edel-)Rosen neigen zu Schädlingsbefall wie zum Beispiel Blattläusen. Ein Beet-Partner soll Schädlinge von der Rose fernhalten.
- (Edel-)Rosen erzeugen auf Dauer die sogenannte Bodenmüdigkeit. Für ein möglichst langes und gesundes Leben soll also auch für die allgemeine Bodengesundheit ein Beet-Partner gefunden werden.
Der Pflanz-Abstand muss gewahrt bleiben!
Den Pflanz-Abstand bestimmt man anhand des zu erwartenden Ausmaßes der Pflanze. Ist zu erwarten, dass die Pflanze 1 Meter Durchmesser erreichen wird, dann ist ein Kreis mit 1 Meter Durchmesser ihr Pflanz-Bereich und andere Pflanzen sollten so darum gepflanzt werden, dass deren eigener Pflanz-Bereich maximal leicht überlappend sein wird. Halbiert man den Durchmesser erhält man den Radius, der leicht von der ungefähren Mitte der Pflanze aus abgemessen werden kann. Eine Markierung aus Sand, oder anderen Hilfsmitteln kann helfen diesen Abstand sicher einzuhalten.
Bevor man den Beet-Partner zur Rose pflanzt, wird der zu erwartende Durchmesser der Partner ermittelt. Ebenfalls die Hälfte des zu erwartenden Durchmessers ergibt den Abstand, den diese Pflanze um ihre eigene Mitte herum beanspruchen wird. Durch addieren der beiden Abstandwerte erhält man den Abstand, der bei Pflanzung zwischen den beiden Zentren der Pflanzen einzuhalten ist.
Eine Beispielrechnung: die Rose wird ca. 70cm Durchmesser erreichen. Der Ysop wird mit ca. 30cm Durchmesser ermittelt. Das ergibt gesamt ca. 1 Meter. Das geteilt durch zwei ergibt 0,5 Meter Pflanz-Abstand. Zwischen Mitte der Rose und Mitte des Ysop sollten also ca. 50cm Distanz liegen – unabhängig von den aktuellen Ausmaßen der Pflanzen.
Einfach mal ausprobieren – das liest sich komplizierter als es ist!
Manchmal wird einem viel Arbeit erspart. Viele Pflanzen-Etiketten nennen die zu erwartenden Ausmaße der Pflanze, oder geben sogar direkt den passenden Pflanz-Abstand mit an.
Nicht jede Allelopathie-Pflanze erfüllt die geforderte Aufgabe.

So würde in diesem Beispiel eine Katzenminze zwar gegen Blattläuse wirken. Die Katzenminze neigt aber dazu auszuufern und würde dadurch die Rose tendenziell bedrängen, wodurch zu dem positiven Effekt gegen Blattläuse der negative Effekt der allgemeinen Schwäche einer bedrängten Rose hinzukäme.
Allelopathie-Partner, die den Anforderungen und Vorbedingungen der Rose entsprechen:
Ysop: hilft gegen alle Pilzkrankheiten.
Thymian und Bohnenkraut: vertreiben unterschiedliche Schadinsekten.
Tagetes und Ringelblume: wirken positiv auf den Boden. Sie vertreiben sogenannte Nematoden und wirken Bodenermüdung entgegen. Diese Beiden dürfen und sollen gerne großzügig zwischen den anderen Beet-Partnern verstreut wachsen. Wer die Blumen optisch nicht mag, sollte sie dennoch einsetzen, kann sie aber vor der Blüte jäten und als Gründüngung ins Beet einarbeiten.

Die allelopathische Wirkung von Pflanzen wird meist durch sogenannte Wurzelexsudate verbreitet. Das sind Stoffe, die Pflanzen über ihre Wurzeln ans Erdreich abgeben.
Damit die Wirkung möglichst gleichmäßig auf den Schützling wirken kann sollten mehrere Exemplare jedes Partners rund um den Schützling gepflanzt werden. Empfehlung mit 3 Exemplare in einem einigermaßen gleichmäßigen Dreieck Pflanzen.
Zur Erinnerung:
Ringelblume und Tagetes dürfen immer und überall wild verteilt in Masse auftreten. Sie erledigen wichtige und großflächige Aufgaben im Garten.

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