Die Stickstofflieferanten im eigenen Beet.
Bereits die Maya machten sich Leguminosen zu Nutze. So wurden in das heute wiederentdeckte Milpa (auch Indianerbeet genannt) Bohnen zusammen mit Mais und Kürbis auf engstem Raum angepflanzt bzw. ausgesät.
Dabei diente der schlanke und aufrechte Mais der Bohne als Rankgerüst.
Der Kürbis beschattete das Wurzelwerk von Mais und Bohne, was diese positiv beeinflusst.
Und die Bohnen dankten die Stütze und den Schatten, indem sie den beiden Beetpartnern Stickstoff in die Erde transportierten.
Natürlich wurde das von den Pflanzen nicht vertraglich geregelt. Die Pflanzen tun einfach, was die Evolution aus ihnen gemacht hat. Und die Auswirkungen dieses Tuns haben die Maya gewinnbringend für ihre Zwecke zusammengebracht.
Was die Maya können, kann ich auch.
Bohnen? Klingt immer gut. Also zumindest wenn man gerne Bohnen isst.
Als ich damit anfing erste Samen in Erde zu stecken, habe ich mich noch brav an das gehalten, was auf den entsprechenden Samentütchen zu lesen ist. Ich habe gehorsam Platz im Beet geschaffen, Stangen im Boden verankert und je 3-5 Stangenbohnen daran emporklettern lassen. Hat soweit auch prima funktioniert, bis ich bereits im Folgejahr feststellen durfte, dass jeder Garten irgendwann zu klein ist.
Als ich dann aber zum ersten Mal von Milpa hörte dachte ich mir einmal mehr im Leben:
Da geht doch was!
Das Milpa wurde ein Jahr lang ausprobiert. Mit Erfolg. Nur, dass der eigene Mais zwar lecker war, aber zusammen mit dem Kürbis wieder an die Platzknappheit erinnerte.
Also weg mit Mais und Kürbis – wohin jetzt mit den Bohnen? Die wollte ich wirklich nicht aufgeben.
Alle Pflanzen benötigen Stickstoff.
Bohnen liefern Stickstoff.
Also steckte ich munter Bohnen zwischen die Wurzeln meiner Ziersträucher. Die hatten laut Blattfärbung ohnehin eine Portion Stickstofffutter nötig. Kleine Sträucher bekamen Zuckererbsen oder Buschbohnen, größere Sträucher und Obstgehölze bekamen Stangenbohnen als Futterlieferant.
Ein unschlagbarer Vorteil an dieser Methode ist für mich, dass der Stickstoff genau dann ins Erdreich geliefert wird, wenn auch die richtige Zeit im Jahr dafür herrscht.
Hält der Sommer, was sein Name verspricht, können die Leguminosen selbst Stoffwechsel betreiben und liefern konstant Stickstoff ins Erdreich. Kühlt die Wetterlage ab, reduziert sich der Stoffwechsel der Leguminosen ebenso, wie der Stoffwechseln der anderen Pflanzen. Ergebnis davon ist, dass die Leguminosen weniger Stickstoff ins Erdreich liefern, das aber ja auch zu der Zeit gar nicht gebraucht wird.
Warum ist mir das Timing für Stickstoffgaben so wichtig?
Stickstoff lässt Pflanzen grün werden und wird für das Wachstum benötigt. Das ist sehr gut so. Aber wenn zu viel Stickstoff von der Pflanze aufgenommen wird hat das schlechte Auswirkungen.
Anders als andere Nährstoffe ist Stickstoff wasserlöslich und wird quasi immer in der Pflanze mit dem Wasser mittransportiert. Andere Nährstoffe sind aber durch Außentemperatur oder andere Umstände bedingt nicht immer verfügbar. Das daraus resultierende Nährstoffungleichgewicht wird zu Folgeschäden führen.
Wenn aber der Stickstoff nur dann zur Verfügung steht, wenn die äußeren Umstände den Pflanzenwuchs begünstigen, können alle Nährstoffen, sofern vorhanden von der Pflanze aufgenommen werden und erzeugen so einen gesünderen Wuchs. Folgeschäden durch Stickstoffüberdüngung sind somit reduziert.
Welche Pflanzen zählen zu den Leguminosen?
Essbare Leguminosen sind:
Erbsen, Bohnen, Linsen, Kichererbsen, Sojabohnen, Lupinen, Erdnüsse.
Giftige oder ungenießbare Leguminosen:
Klee und Luzerne, Robinie, Blauregen und Ginster sind hier nur beispielhaft aufgezählt.
Unbedingt beachten!
Auch Pflanzen können andere Pflanzen überdüngen.
Also mit Vorsicht und Bedacht ausprobieren.
Bei Ziersträuchern bis etwa 1 Meter Höhe und Durchmesser habe ich mit 3-5 Buschbohnen, oder Zuckererbsen gute Ergebnisse erzielt.
Bei Obstgehölzen und Großsträuchern genügen ebenfalls 3-5 Bohnen. Hier kommen aber die wüchsigeren Stangenbohnen zum Einsatz. Diese liefern mehr Stickstoff, als ihre niedrig bleibenden Verwanden.
Ich wünsche viel Spaß beim Ausprobieren!
Aber nicht vergessen – Stickstoffdünger bleibt in der Verpackung, solange die Leguminosen den Job übernehmen.

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