Bodenanpassung

Eigentlich heißt es „Bodenverbesserung“. Aber irgendwie finde ich den Begriff zu gefärbt. Ich nehme doch lieber die Anpassung meines Bodens an meine Wünsche und die Pflanzenansprüche in Angriff, anstatt durch das Wort „Bodenverbesserung“ suggeriert zu bekommen dass ich etwas Schlechtes besser zu machen habe.

Warum überhaupt Boden verbessern, oder auch nur anpassen?

Ganz einfach, durch diverse äußere Einflüsse kann der Boden in Mitleidenschaft gezogen worden sein. Baustellenfahrzeuge werden hier oft als Problem genannt, da diese den Boden stark verdichten können. Auch möchte nicht jeder nur die Pflanzen im Garten haben, die von „Natur aus“ dort anfliegen. Damit sich die Wunschpflanze wohlfühlt kann es nötig sein, den Boden an die Ansprüche der Wunschpflanze anzupassen.

Auf dem Weg zum idealen Gartenboden kann man einige Umwege gehen.

Eine Herangehensweise kann sein den gesamten Garten 30-50cm tief abbaggern („auszukoffern“) und wieder mit „Mutterboden“ auffüllen zu lassen.

Man kann umgraben, austauschen, oberflächlich, oder tiefgründig bearbeiten, lüften, verdichten, abmagern, aufdüngen…

Die meisten Methoden, die schnelle Erfolge versprechen halten zwar auch dieses Versprechen. Aber es wird selten darauf eingegangen, wie lange denn diese Erfolge anhalten werden.

So kann es zum Beispiel bei einem Bodenaustausch durchaus passieren, dass sich der Unterboden und die neue Erde nicht miteinander verbinden. Die Leidtragenden sind zunächst die dort ausgebrachten Pflanzen und anknüpfend natürlich auch deren Besitzer.

Aber was von all den Möglichkeiten einen Boden zu bearbeiten und zu „verbessern“ ist denn im eigenen Garten überhaupt angeraten?

Und gibt es einen Weg langfristig zu gesundem Boden zu gelangen, ohne jedes Jahr erneut Erde nachzukippen, oder jedes Jahr die Beete einmal auf den Kopf zu stellen?

Und können alle Böden gleich behandelt werden?

Gute Nachrichten gibt es für Gärten mit:

humosen Böden

Wenn man nicht gerade nur sehr mediterrane Pflanzen ansiedeln möchte gibt es hier eigentlich nur noch den Status quo zu erhalten. Regelmäßige Kompost- und Gesteinsmehlgaben (1-2x/Jahr) genügen, um hier ein gesundes Bodenmilieu aufrecht zu erhalten.

Größere Eingriffe werden hier nur nötig, wenn man Pflanzen mit speziellen Bedürfnissen ansiedeln möchte. Dann kann es sinnvoll sein, dass der Boden durch grobes mineralisches Material abgemagert wird. Das erreicht man, indem man Splitt, Schotter, Kies etc. in das Pflanzloch einarbeitet. Das reduziert sowohl die Nährstoffdichte, als auch die Wasseraufnahmekapazität. Sehr mineralienreiche Erde hat auch meist ein anderes Temperaturniveau als humoser Boden. Der Steinanteil nimmt mehr Wärmeenergie auf und sorgt somit für gemäßigteres, aber auch wärmeres Temperaturverhalten des Bodens.

Die Wahl des Minerals, mit dem abgemagert wird, hängt vor allem an der Pflanze die dort gedeihen soll.

So bevorzugen mediterrane Pflanzen meist eher kalkige, magere und warme Böden. Achtung Sand kann den PH-Wert absenken und ist dadurch eher die letzte Wahl um Boden für mediterrane Pflanzen abzumagern.

Eine Bergkiefer ist dagegen durchaus über Lehm glücklich, dieser sollte aber grobe Steine enthalten, da Staunässe für die Kiefer trotz der Lehmvorliebe schnell zu einem Problem wird.

Mach’s dir einfach: Es ist sicher nicht das unumstrittenste Material, das man zum abmagern und lüften von Böden und Erden verwenden kann. Aber durch seine chemischen und physischen Beschaffenheiten ist Blähton das Material „mit dem man nix falsch macht“.

Für eine Moorbeetbepflanzung hingegen kann es nötig sein den PH-Wert zusätzlich abzusenken. Ein einfacher Lackmus-Streifen Test genügt um darüber Aufschluss zu erlangen. Dann können Torf (nur, wenn es nicht anders geht) oder Kiefern-Nadeln, Sand und Pinienrinde genutzt werden um den PH-Wert längerfristig zu senken. Kaffeesatz hilft zwar auch, aber nur für kurze Zeit. Außerdem enthält Kaffeesatz viele Nährstoffe und sollte eher als Dünger gesehen werden.


Um sandigen oder lehmigen Boden bei Bedarf an die Ansprüche seiner Pflanzen anzupassen kann schon mehr Aufwand nötig werden.

Deshalb werde ich diese Böden in eigenen Beiträgen in den kommenden Wochen bearbeiten.

Bei Fragen stehe ich sehr gerne zur Verfügung.



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