Ocimum basilicum ‚Genovese‘

Das Pesto-Basilikum:

Basilikum ‚Genovese‘

Es ist Sommer, die Salate sprießen und die Grills werden regelmäßig angefeuert.

Da greift man beim Einkauf für die nächste Grillparty, oder auch ganz ohne Grill, gerne noch zu ein paar frischen Kräutern.

Soweit so gut. Weniger gut, wenn dann pünktlich zu Beginn der Essensvorbereitungen das Wetter umschlägt und der Grillabend verschoben werden muss.

Die meisten Zutaten halten ja zum Glück ein paar Tage Lagerung gut aus. Aber wer hat es nicht schon erlebt, dass die frischen Kräuter bei jedem erneuten Hinblicken einen traurigeren Anblick bieten.

Aber auch ohne missglückte Abendplanung muss das Schicksal der Kräutertöpfe nicht zwingend als Einbahnstraße verlaufen.

Bestimmt kennt jeder den Anblick einer frisch gekauften und stark beernteten Kräuterpflanze. Ein wenig zerpflückt, nicht zwingend gleichmäßig gewachsen und ein wenig wie ein Miniaturgestrüpp.

Das ist dann auch schon ein Grund, warum solche Kräutertöpfe meist kein langes Leben haben. Es sind einfach zu viele Pflanzen in einem zu kleinen Gefäß. Das mag für die Aussaat und das Vorziehen noch ein gangbarer Weg sein, aber auf lange Sicht kann es zu keiner gesunden und vitalen Pflanze führen. Und schon gar nicht zu 20, 30, 40 gesunden und vitalen Pflanzen.

Mit den nachfolgenden Bildern möchte ich anhand eines Ocimum basilicum ‚Genovese‘ veranschaulichen, was man tun kann, um mehr von seinem Einkauf zu haben.

Ein frisch im Laden gekaufter Basilikum.

Ich habe beim Einkauf bereits darauf geachtet, dass die Blätter eine gesunde Farbe haben. Außerdem ist der Blick unter das Laub wichtig. Was man hier nicht finden möchte sind Schädlinge, Schimmel, Faulendes und zu lange Pflanzenstiele. Die Abstände der Blätter am Stiel entlang sollten möglichst kurz sein. Das ist ein Zeichen für gute Licht- und Nährstoffverhältnisse bei der Anzucht.

Auch gerne einen Blick an das Wurzelwerk riskieren. Hier sieht man eine schöne und durchgängige Durchwurzelung mit vielen hellen Würzelchen. Man kann aber auch erkennen, dass die Pflanze noch ein wenig Erdreich in Reserve hat, also nicht schon an Platznot leidet.

Auch wenn hier noch ein wenig zeitlicher Spielraum gegeben ist, besser gleich die Pflanzen vereinzeln. Denn es handelt sich hier nicht, wie der Volksmund sagt um eine Basilikumpflanze, sondern um viele Basilikumpflanzen.

Und die brauchen alle Platz.

Um den Pflanzen mehr Lebensraum zu bescheren nimmt man sich einfach den Wurzelballen und zieht ihn vorsichtig auseinander. Man kann den Ballen auch mit dem Messer zerteilen. Meistens ist der Verlust an Einzelpflänzchen dadurch jedoch höher, da man dabei nicht kontrollieren kann wessen Wurzeln eventuell vollständig abgeschnitten werden.

Egal welche Methode, ob sachte ruckeln und ziehen, oder mit sauberem und scharfem Messer zerschneiden;

die Pflanze sollte vorher gegossen werden. Das Wasser wirkt beim Teilen des Ballens wie ein Puffer und mildert den Schaden an den Pflanzen ab.

Aus 1 mach 6

Es kommt natürlich darauf an, welche Ausgangsqualität und auch Quantität die gekauften Kräuter haben, aber hier haben sich tatsächlich sechs recht gleichmäßige Einheiten aus dem gekauften Kräutertopf separieren lassen.

Wenn man also die Pflanzen vereinzelt hat, dann werden sie mit passender Erde in einzelne Töpfe eingepflanzt. Bei Kräutern ist in der Regel eine Kräuter & Aussaaterde oder auch Anzuchterde die richtige Wahl. Da diese nährstoffarm ist, und das wiederum dem entspricht, was Kräuter gut vertragen. Ausnahme ist zum Beispiel der Liebstöckel, der sich über eine gute Portion Komposterde als Beimischung freut.

Natürlich darf man nach dem Eintopfen nicht vergessen die Pflanzen anzugießen.

Hier geht es nicht darum, dass sie ja bereits am Anfang der Behandlung gegossen wurden und eh nass sind. Angießen dient dazu einen sogenannten Wurzelschluss zu erzeugen. Das bedeutet, dass kleinste Lücken und Löcher in der Erde und um die Wurzeln herum zugespült werden.

Dabei hilft es aber mehr, wenn man entweder schluckweise gießt oder mit ganz wenig Druck eine Weile lang Wasser einlaufen lässt. Ein Harter Wasserstrahl, oder Wasserschwall würde eher zu Tunnelbildung führen, als zum gewünschten Ergebnis.

Sollten sich die Pflanzen nun so weiterentwickeln, dass es wieder eng in den Töpfen wird, kann entweder wieder vereinzelt werden, oder wenn nur noch 3-5 Einzelpflanzen beisammen sind auch einfach in größere Gefäße umgetopft werden.

Vergesst nicht regelmäßig zu ernten.

Eine regelmäßige und korrekt durchgeführte Ernte sorgt für einen gedrungeneren und somit buschigeren und stabileren Wuchs der Pflanzen.

Frohes Ernten und guten Appetit!

Das ganze kann man auch noch machen, wenn die Kräuter schon einige Male beerntet wurden. Dabei einfach genauso vorgehen. Es lohnt. Diese Vereinzelung habe ich vor ca. zwei Wochen durchgeführt und inzwischen schon zweimal von allen Einzelteilen ernten können.



4 Kommentare zu „Ocimum basilicum ‚Genovese‘“

  1. Avatar von Anke Eidenschink
    Anke Eidenschink

    Wie immer sehr anschaulich geschrieben!
    Die Fotos zur Veranschaulichung sind für mich die perfekte Ergänzung.
    In aller Kürze wieder viel dazugelernt.
    Herzlichen Dank!

    1. Avatar von Denise

      Vielen Dank für das freundliche Feedback.

  2. Avatar von Rainer Schöfthaler
    Rainer Schöfthaler

    Bei einem Spontankauf habe ich eine Basilikumpfkanze mit zu langen Stängeln und umhüllt und gestützt von einem Papierkragen erworben. Ein Teil der Stängel klappte dann ohne Stütze einfach zur Seite weg.

    Herzlichen Dank für die ausführlichen und anschaulichen
    Tipps für den Kauf und die Pflege!

    1. Avatar von Denise

      Hier kann ich wirklich empfehlen, bereits im Laden die Transporthilfen, also die Tüten vorsichtig nach unten zu ziehen und dann zu prüfen, ob die Pflanzen noch standfest sind. Bitte aber die Tüten wieder hochziehen, wenn die Pflanze zurückgestellt wird. Das ist zwar nicht die korrekte Behandlung für die Pflanzen, aber die Mitarbeiter der Läden müssten die Tüten wieder hochkrempeln, da das das Bild ist, das verkauft werden soll. Und einen solchen Mehraufwand muss man den Arbeitern nicht antun.

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