Rasenpflege nach dem „No Mo May“

Der Mai ist fast vorbei und der Rasen braucht bald Aufmerksamkeit.

Bevor Du aber mit der Rasenpflege loslegst bedenke bitte, dass nur weil der Kalender das sagt noch nicht jede Insektenkinderstube verwaist sein muss. Jeder Tag an dem der Rasen oder die Wiese ungestört bleibt, kann Insektenleben retten. Vielleicht gefallen Dir ja sogar die Blüten und Gräser, die es zu entdecken gibt so gut, dass ein Teil des Rasens unkultiviert weiterwachsen darf.

Vielleicht hast Du Dich der „No Mo May“-Bewegung angeschlossen, aber auch wenn nicht braucht der Rasen jetzt bald, wo die Temperaturen endlich wirklich stabil bleiben seine Pflegeeinheiten.

Natürlich kann man jetzt einfach den Rasenmäher über das Grün ziehen und mit einem Durchgang die gewünschte Rasenlänge erzeugen. Besser ist es jedoch hier ein paar wenige Grundregeln zu beachten.

Rasen sollte immer nur um maximal 1/3 seiner aktuellen Länge eingekürzt werden. Es ist also durchaus schlau mal mit einem Lineal nachzumessen, wie hoch die Rasenhalme gewachsen sind und dann den Rasenmäher auf die entsprechende Höhe (also Grashalmlänge – 1/3 der Grashalmlänge) einzustellen.

Wie bei allen Schnittmaßnahmen an lebenden Pflanzen ist es auch beim Rasen schonender, wenn darauf geachtet wird, dass nach dem Mähen für einige Stunden keine Sonne auf die Pflanze trifft. Also besser in den Abendstunden mähen (bitte dabei an die Nachbarn denken).

Das um ein Drittel einkürzen wird dann so lange mit 1-2 Wochen Abstand wiederholt, bis der Rasen auf der gewünschten Länge geschnitten ist. Das ist natürlich aufwändiger, als der Radikalschlag, aber ein schöneres Rasenbild wird der Lohn für die Mühe sein.

Rasen kämmen und / oder lüften
Zwei Tätigkeiten, die gerne ausgelassen werden, aber sehr viel für die Rasengesundheit bewirken.

Rasen kämmen ist nicht mit vertikutieren gleichzusetzen. Beim Vertikutieren wird die Erde oberflächennah aufgerissen und abgestorbene Pflanzenteile, wie auch Wurzelfilz aus dem Rasen und der oberflächennahen Erdschicht herausgearbeitet.

Beim Kämmen des Rasens wird die Erde wenn überhaupt nur ganz sanft angekratzt. Hier geht es darum nur die oberirdischen störenden Pflanzenteile aus dem Rasen zu bekommen und auch wieder mehr Luft bis zur Erde gelangen zu lassen.

Lüften heißt, dass man z.B. mit speziell dafür hergestellten Schuhen über den Rasen läuft, oder aber mit einem Werkzeug wie einer Heugabel in knappen Abständen durch den Rasen „stochert“. Dabei Soll auf keinen Fall umgegraben werden, oder mit dem Werkzeug gewackelt, während es im Boden steckt. Ziel des Lüftens ist es lange aber dünne Löcher in den Rasenboden zu stechen, damit die Luft besser ins Erdreich gelangen kann. Aber auch Regen oder Gießwasser oder Dünger und Bodenhilfsmittel können nach dieser Behandlung besser im Boden versickern und kommen so zügiger dort an, wo die wertvollen Stoffe gebraucht werden.

Nach dem Lüften kommt das Futter
Jedes Lebewesen brauch Nahrung. Bei Pflanzen, also auch bei Rasen heißt das Futter Dünger und Bodenhilfsstoff.

Futter für die Pflanzen aber auch für das Bodenleben. Ohne Bodenleben ist es schwierig einen gesunden Garten und somit auch einen gesunden Rasen zu erhalten. Die Vergangenheit zeigt, dass Einsatz von Chemie nur noch mehr Einsatz von Chemie nach sich zieht.

Um ein gesundes Bodenleben aufzubauen benötigt es zum Glück nicht viel. Weder viel Material, noch viel Arbeitseinsatz sind vonnöten. Es genügt den Mikroorganismen in unseren Böden tatsächlich, wenn man ihnen zweimal im Jahr (einmal nach dem Winter und einmal nach dem Sommer) mit sogenannten Bodenhilfsstoffen unter die Arme greift. Das kann Urgesteinsmehl sein, oder der Bodenaktivator der Firma Oscorna. Es gibt sicher unzählige weitere Beispiele. Hierbei handelt es sich aber zuverlässig immer um bestimmte Gesteine, also Mineralien, die gemahlen und in dieser Form im Garten ausgebracht werden.

Nachdem das Futter für das Bodenleben ausgebracht ist, bietet sich an auch direkt das Futter für den Rasen dazuzugeben. Dabei bitte nicht beide Pulver vermischen und ausbringen, da die Mengenverteilung auf diese Weise selten homogen wird. Lieber zweimal über den Rasen düngen. Einmal mit dem Bodenhilfsstoff und eine zweite Tour mit dem Rasendünger. Auch hier gibt es eine große Auswahl – persönlich kann ich auch hier die Produkte der Firma Oscorna empfehlen, da ich selbst sehr positive Erfahrungen damit gemacht habe.

Gießen (in Verbindung mit EM)
Gießen ist ein weniger einfaches Thema, als man meint, wenn man so manch einer Werbung glauben schenkt, die darstellt, wie ein adretter Sportsmann in Business-Dress eine Brause über den Garten schwenkt. Bei diesem Bild blutet mir tatsächlich das Herz, denn es sind so viele Fehler in nur einem Bild, die hier zur Nachahmung demonstriert werden.
Wichtigste Regel: niemals in der Sonne gießen – auch nicht den Rasen!

Nachdem der Rasen nun anhand der vorangegangenen Schritte bearbeitet wurde fehlt nur noch ein letzter Schritt zum grünen Tritt.

Das Gießen.

Egal ob es geregnet hat, oder die Erde feucht genug erscheint;

Nach dem Düngen muss gegossen werden!

Damit die Düngemittel, und da ist es auch vollkommen egal ob organisch oder mineralisch gedüngt wird, für die Pflanzen und Bodenorganismen verfügbar werden, müssen diese in die Erde eingegossen werden.

Nur durch das Gießen gelangen die Nährstoffe ins Erdreich und somit zu den Wurzeln der Pflanzen.

Wer seinen Pflanzen und besonders auch dem Rasen eine zusätzliche Unterstützung bieten möchte, kann sein Gießwasser mit effektiven Mikroorganismen anreichern. Die vielen Vorzüge die dadurch entstehen überwiegen aus meiner Erfahrung den Mehraufwand. Und den Mehraufwand kann man auch in Grenzen halten. Wie und warum kannst du gerne hier in meiner Zusammenfassung über das Thema „effektive Mikroorganismen“ nachlesen.

Worauf ist zu achten?

Wenn gegossen wird, dann sollten pro Quadratmeter 20-30 Liter Wasser ausgebracht werden.

Nicht in der Sonne gießen. Dadurch verdunstet zu viel Wasser, ohne dass es den Pflanzen nutzt und noch schlimmer die Pflanzen können wegen des Lupeneffektes verbrennen.

Bis zum nächsten Gießen so lange warten, dass die oberen 5-10cm Erdboden trocken sind.

Da Rasen eher selten von Schnecken niedergefressen wird, in den Abendstunden gießen. So haben die Gräser über Nacht Zeit viel Wasser und Nährstoffe aufzunehmen und sind für den kommenden Tag gut gewappnet.

Wenn Teile dieser Pflegeanleitung bereits erledigt sind, bitte nicht wiederholen. Zum Beispiel kann zweimal düngen in zu kurzer Zeit massive Schäden verursachen.

Wenn Du Dir gerade nicht sicher bist oder gerne ausführlicher über Rasenpflege informiert werden möchtest, dann schreibe mir gerne eine Mail, oder rufe mich an. Ich helfe gerne weiter!



Geschrieben von:

Schlagworte:

Themenkategorien:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert