Zamioculcuas zamiifolia ‚Zenzi‘ hat(te) Probleme

Wenn ich mir dieses Exemplar der Zamioculcas zamiifolia ‚Zenzi‘ betrachte komme ich zu dem Schluss: „Da habe ich wohl gewaltig was falsch gemacht!“ Das dürfte auch der neueste und braun-daumigste Anfänger in der Zimmerpflanzenwelt ähnlich schlussfolgern.

Zamioculcas zamiifolia ‚Zenzi‘

Was heißt das also?

Ganz klar – Ursachenforschung!

Zunächst ist es sinnvoll sich über die Pflanze zu informieren. Das ist, wie es scheint, bisher nicht oder nicht ausreichend geschehen. Bei den Recherchen sollten alle Informationen mit den Gegebenheiten an und um der Pflanze herum abgeglichen werden. So kann ich in diesem Fall erkennen, dass der Standort für die Pflanze nicht hell genug ist. Sie lebt lieber trocken, als dauerfeucht. Und außerdem erfahre ich, dass diese Pflanze keine zu großen Gefäße schätzt. Sie gedeiht tatsächlich sogar am besten, wenn der Topf eng ist.

Achtung; eine solche Erkenntnis bedeutet nicht, dass die Pflanze nie umgetopft werden muss, oder beim Umtopfen in das neue Gefäß gepresst werden will. Es ist nur ratsam bei dieser Pflanze eher einen kleinen, als einen zu großzügig bemessenen neuen Pflanztopf zu wählen.

So weit also zu den Erkenntnissen über die äußeren Gegebenheiten. Da der Topf der Pflanze viel zu groß wirkt und die Pflanze offensichtlich ein gesundheitliches Problem zeigt muss sie für weitere Erkenntnisse erst mal raus aus dem Gefäß.

Ich empfehle wirklich den Arbeitsplatz vorher mit allem auszustatten, das man wahrscheinlich benötigen wird. Scharfe und saubere/desinfizierte Scheren und Messer, Putztuch und Wasser (ggf. mit ein paar Tropfen „effektiven Microorganismen“), einen Schutz für die Arbeitsfläche zum Beispiel in Form einer Gärtnerwanne, oder einer Plane, die man auf der Arbeitsfläche ausbreitet. Es schadet auch nicht einen Mülleimer, oder Müllsack neben sich bereitzustellen. Und ein Desinfektionsmittel für die Schneidewerkzeuge ist auch sinnvoll, was dann wiederum einen Lappen für die Werkzeugreinigung nach sich zieht.
Beispiel für Arbeitsvorbereitung: Werkzeug
Mit einer kleinen Schaufel, einem anderen Werkzeug oder einfach mit den Händen muss nun erst einmal die Pflanze aus ihrem Substrat herausgeholt werden. Dabei lässt sich in diesem Beispiel sehr gut erkennen, dass die Knolle der Zamioculcas z. ‚Zenzi‘ verfault ist.
verfaulte Knolle einer Zamioculcas zamiifolia ‚Zenzi‘
vorsichtig daran riechen – riecht faulig und nicht gut
selbst bei sanftem Drücken gibt die Knolle nach
Auch an oberirdischen Pflanzenteilen ist zu sehen, dass hier etwas krank ist.
Als nächstes habe ich getestet, ob der offensichtlich geschädigte Trieb durch leichtes biegen bereits von der Hauptpflanze entfernt werden kann.

Es ergab sich eine saubere Wundoberfläche ohne Fransen oder Abrissen. Die Krümel habe ich selbstverständlich vorsichtig von der Wunde entfernt.

Nachdem ich ein neues und deutlich kleineres Gefäß für den Rettungsversuch bereitgestellt habe, wurden noch die fleischigen Wurzeln eingekürzt.

eingekürzte Wurzeln

Besser eine Wurzel fachgerecht mit sauberem und scharfem Werkzeug entfernen, als sie beim Einpflanzen zu knicken!

Da es bei Zamioculcas zamiifolia generell besser ist Wunden erst einmal leicht antrocknen zu lassen, bevor man die Pflanze wieder in Substrat überführt, habe ich die gesäuberten und für einen Rettungsversuch ausgesuchten Pflanzenstücke ca. 2 Stunden an einem schattigen Ort an der Luft liegen lassen.
angetrocknete Wunde – erkennbar an der Farbveränderung von eher weißgelb zu bräunlich

Das kann man so nicht mit jeder Pflanze machen – deshalb ist vorherige Recherche wirklich sehr wichtig.

Dann kommt endlich das Eintopfen

Hier ist wichtig, dass das Substrat zur Pflanze passt. Aber neben der Pflanze ist hier auch der Pflanzenbesitzer zu betrachten; Nicht jeder möchte in seiner Wohnung mit Erde arbeiten. Und wieder andere Pflanzenhalter mögen keine mineralischen Substrate. Wie bei Allem gibt es auch bei der Auswahl von Substraten Vor- und Nachteile.

Welches Substrat oder Substratgemisch am Ende zum Einsatz kommt hängt von etlichen Faktoren ab, die jedoch in einem eigenen Beitrag behandelt werden müssen.

Was aber immer und unabhängig vom gewählten Substrat gilt:

Nach dem Pflanzen/Setzen/Topfen von Pflanzen wird immer angegossen!

Es gibt keine Ausnahme – egal wie nass, wie trocken, wie eilig, wie irgendwas die Situation vorliegt. Das Angießen dient dem Zweck, dass Bodenschluss und Wurzelschluss entsteht. Dieser ist unerlässlich für die erfolgreiche Kultivierung aller Pflanzen.

Um eine Topfpflanze anzugießen reicht es nicht ihr einen Schluck Wasser in den Topf zu schütten. Richtig gemacht ist es, wenn die gesamte Substrat-Oberfläche gründlich mit (schön wäre Regen-)wasser übergossen wurde. Dabei ist erst genug Wasser geflossen, wenn dieses unten aus dem Topf herausfließt.

Nun darf die Pflanze endlich an ihren neuen Standort, der ihren Ansprüchen besser gerecht wird. Regelmäßiges Kontrollieren, wie sich der Zustand der Pflanze weiterentwickelt ist unumgänglich. Dabei ist aber auch eine gute Portion Geduld gefordert.

Fortsetzung der Entwicklungsgeschichte erfolgt sobald es Neues von den beiden Zamioculcas zamiifolia ‚Zenzi‘ zu berichten gibt.

Wohin mit den kranken Pflanzenteilen?
kranke Pflanzenteile

Bei Zimmerpflanzen gilt generell, diese besser über die Restmülltonne entsorgen. Zimmerpflanzen entstammen den Tropen und Subtropen und gehören nicht in den natürlichen Kreislauf Zentraleuropas. Es würde auf einem Kompost vermutlich auch sehr lange dauern, bis eine Zersetzung von Zimmerpflanzenteilen stattfindet.

Egal ob drinnen, oder draußen: kranke Pflanzenteile müssen auf den Restmüll. Bei der Entsorgung über die Biotonne ist nicht gewährleistet, dass die Krankheit abgetötet wird. In der Restmülltonne ist es jedoch deutlich wahrscheinlicher, dass die daran angeknüpfte Müllverbrennung dafür sorgt, dass von den kranken Pflanzenteilen keine weitere Gefahr für die Umwelt ausgehen wird.

Viel Erfolg mit Deinen Pflanzenrettungen!

Und stimmt – das meiste bereitgelegte Werkzeug kam heute nicht zum Einsatz – aber lieber vorbereitet sein und dann wieder aufräumen, als ungünstige Situationen unnötig zu komplizieren, weil man nicht vorbereitet war.



Geschrieben von:

Schlagworte:

Themenkategorien:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert