Die Eisheiligen stehen an. Damit ist ein zuverlässig wiederkehrendes Wetterphänomen gemeint, das ca. Mitte Mai mit dem voraussichtlich letzten Kälteeinbruch des laufenden Frühjahres über uns hereinbricht.
Was heißt das nun für Garten- und Balkonpflanzenbesitzer?
Besonderes Augenmerk solltest Du jetzt auf Deine jungen Pflanzen und Deine nicht heimischen Pflanzen legen.

Junge Pflanzen, sind die Kräuter und Gemüse, die bereits ihre zarten Triebe recken. Wenn Du diese schon ausgepflanzt hast, dann lohnt es durchaus ein Fließ über die Beete, und Kübel zu drapieren. Wichtig ist dabei die Luft um die Pflanze herum „festzuhalten“. Also möglichst keine Löcher im Fließ und einen möglichst sauberen Kontakt der Kanten zum Boden, oder dem Gefäßrand erzeugen. Um dem Wind zu entgegnen einfach mit allem was schwer genug wirkt, die Ränder des Fließes beschweren. Bei Kübeln lässt sich das Fließ auch gut mit einem Strick um den Topf fixieren.
Kräuter und andere kleine Pflanzen, die ggf. sogar schon Blüten tragen sind am besten über Nacht in einem Gebäude sicher aufgehoben. Ob das eine Garage, ein unbeheizter Keller oder ein Wohnraum ist, ist tatsächlich zweitrangig. Im Idealfall betrifft es ja nur wenige Stunden.
Die nicht heimischen Pflanzen vertragen zwar teilweise unsere winterlichen Temperaturen, so kultiviere ich inzwischen seit Jahren erfolgreich einen Gewürzlorbeer, der den Winter auch tatsächlich in seinem Kübel draußen auf meinem Balkon verbringt. Das klappt wunderbar, solange die Frostperioden nicht zu lange und zu streng sind. Jetzt aber ist ein kritischer Moment im Jahresverlauf dieser und ähnlicher Pflanzen. Die jungen Triebe, die inzwischen an vielen mediterranen und subtropischen Pflanzen zu sehen sind, sind noch nicht sehr stabil und somit anfälliger für Wetterkapriolen. Diese Triebe brauchen noch etwas Zeit, um wirklich gesund mit Temperaturen, wie sie es für heute Nacht angekündigt sind, klar zu kommen.

Auch die Zitruspflanzen und Oliven können in einer Nacht, wie sie heute angekündigt ist, bereits einen Schaden erleiden, der sie zwar aller Wahrscheinlichkeit nach, nicht eingehen lässt, aber der auch erst einmal wieder „repariert“ werden muss. Diese Entwicklungsverzögerung kannst Du Dir und Deiner Pflanze ersparen. Hole sie in Nächten, für die zu niedrige Temperaturen angekündigt sind, lieber nochmal ins Haus oder die Garage. Eine Nacht, oder auch ein paar Nächte in Folge im Wohnzimmer, der Küche, oder einem anderen beheizten Wohnraum sind im Normalfall kein Problem für die Pflanzen und führen, bei einer gesunden Pflanze, nicht zu Parasitenaufkommen.

Ebenso behandeln solltest Du Sommerblüher, die Du evtl. bereits in Kübeln und Töpfen zu Hause hast.
Welche Deiner Pflanzen welche Temperatur verträgt, kann man verhältnismäßig zuverlässig im Internet nachlesen. Meine Empfehlung:
Immer mehrere Quellen vergleichen!
Und ganz wichtig, was aus meiner Sicht noch viel zu wenige Menschen wissen:
Pflanzen im Kübel haben eine reduzierte Winterhärte!
Wenn also in der Literatur zum Beispiel zu lesen ist, dass eine Olive auch Temperaturen von -5°C erträgt, dann gilt dies nicht bei einer Olive in Kübelhaltung. Da ist die Empfehlung die Temperatur zu halbieren und sich in diesem Beispiel also auf 2-3°C unter dem Gefrierpunkt zu orientieren und die Beispielolive bereits bei dieser Temperatur ins Wärmere zu stellen.
Behalte die Wettervorhersage und Dein Thermometer im Auge und viel Spaß mit Deinen Pflanzen!

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