Vorbereitung für die Gartenpflege

Am Freitag Nachmittag für das Wochenende oder am Vorabend für den darauf folgenden Tag, gewisse Vorbereitungen sind sinnvoll oder sogar nötig.

Um seine Gartenzeit sinnvoll zu nutzen ist es hilfreich vorab eine „Begehung“ des Balkons oder Gartens zu machen. Es ist schwer abschätzen, welches Werkzeug, welche Hilfsmittel, welche Kleidung benötigt wird, wenn ich mir nicht im Vorfeld ein Bild davon mache, was mich bei meinem nächsten Einsatz auf dem Balkon oder im Garten erwartet.

Generell kann man natürlich einfach immer mit einer Schere in den Garten gehen und wird nach vielen Stunden Arbeit mit einer gewissen Zufriedenheit wieder ins Haus zurückkehren. Aber eine gewisse Zufriedenheit heißt nicht zwingend, dass auch das notwendige oder das vorgenommene Pensum erledigt wurde.

Dementsprechend kann es durchaus helfen sich mit einem Notizbuch und einem zuverlässigen Schreibgerät in den Garten oder auf den Balkon zu begeben.

Was prüfe ich bei einer solchen Begehung?

  • Wasserbedarf (Gießkanne, oder gleich Schlauchwagen)
  • Wasserqualität in der Regentonne (riecht es schon, oder ist alles bestens)
  • Ist Nährstoffmangel erkennbar (evtl. Art des Nährstoffmangels, dann die entsprechenden Mittel notieren)
  • sind Schädlinge oder Schadspuren durch Schädlinge zu erkennen
  • sind andere Krankheiten zu erkennen (Mehltau, Rost etc.)
  • sind Schadstellen an den Pflanzen zu identifizieren (Äste geknickt, Scheuerstellen an Rinde)
  • Ernte (Beeren, Kräuter, Gemüse – Sammelgefäß notieren)
  • ist in den Gefäßen ausreichend Substrat (manche Substrate zersetzen sich zügiger, als andere – regelmäßig kontrollieren, bevor die Pflanzen mit nackten Wurzeln zu kämpfen haben)
  • sind unerwünschte Beikräuter aufgelaufen, oder sogar ein wagemutiger Baumsämling (Unkrautstecher, Harke etc. notieren)
  • wie sieht die Mulchschicht aus (besonders in naturnahen Gärten scharren Vögel im Mulch gerne und erfolgreich nach Insekten)
  • Sind Wasserstellen, Futterhäuschen etc. in Ordnung

Wetterbericht!

Ein noch so gut geplanter Gartenputz kann gehörig ins Wasser fallen, oder in der Sommerhitze dahinschmelzen, wenn man nicht auf den Wetterbericht achtet. Auch ist es nicht zwingend zielführend zum Beispiel eine Spritzung der Pflanzen vorzunehmen, wenn für den folgenden Tag Dauerregen oder andere Niederschläge angekündigt sind. Abgesehen von der eigenen Befindlichkeit ist es auch für den Garten fordernd, wenn ein gut nassgeregneter Boden durch Begehen unnötig verdichtet wird.

Umgekehrt sollte man in seiner Aktivitätenplanung berücksichtigen, dass es weder für den Menschen selbst, noch für die Pflanzen angenehm ist, wenn in der schlimmsten Mittagssonne gewisse Handgriffe ausgeführt werden.

So rät wirklich jeder gewissenhafte Gärtner davon ab, seine Pflanzen in der Mittagssonne zu schneiden, oder zu spritzen. Zum Beispiel heilt eine Schnittstelle an einem Gehölz deutlich besser und somit auch gesünder, wenn keine direkte Sonneneinstrahlung auf die Schnittfläche trifft, bis die Pflanze die Erstversorgung der Wunde durchgeführt hat.

Und selbst das Gießen wird für die frühen Morgen- oder aber die späten Abendstunden angeraten, da es in der Mittagszeit zu unerwünschten Effekten kommen kann. Jeder kann an sich selbst erproben wie ein einzelner Wassertropfen zu einem Brennglas wird, wenn die Sonne diesen im entsprechenden Winkel trifft. Das ist weder für die Pflanzen, noch für den Boden gut. Und die Mittagssonne ist da die schlimmste.

Auch kann es durchaus sinnvoll sein bei der Begehung Literatur zur Hand zu haben. Es gibt unterschiedlichste Fach- und Sachliteratur die dabei hilft unbekannte Pflanzen (oftmals Unkraut genannt) oder auch Tiere und im schlimmsten Fall Pflanzenkrankheiten gleich vor Ort zu identifizieren. Alternativ kann auch ein Smartphone helfen.

An dieser Stelle möchte ich darauf aufmerksam machen, dass ein massendatenverarbeitender Algorithmus, der voreilig intelligent genannt wird, aber nicht entscheiden kann, ob die Datenbasis korrekt ist, keinen geschulten und erfahrenen Gärtner ersetzt. Oder von der Pflicht entbindet, selbst Quellen zu vergleichen und sicherzustellen, dass man korrekte Schlüsse zieht.

Wenn also zum Smartphone und somit zum Internetwissen gegriffen wird, immer gewissenhaft recherchieren und nicht eine ungesicherte KI-Diagnose als ultima Ratio anerkennen. Besser ist es, das Smartphone dafür zu nutzen, einige gute Aufnahmen der unidentifizierten Situation zu machen und einem Fachmann zu zeigen. Dabei ist es dem Fachmann eine große Hilfe, wenn nicht nur eine einzelne unscharfe Aufnahme zustande kommt, sondern möglichst nahe und detaillierte Bilder aus mehreren Perspektiven aufgenommen werden. Auch die Information, in welchem Umfeld und mit welcher Pflegesituation die Pflanze lebt ist hilfreich bei der Ermittlung der Schadbild-Ursache.

Nachdem also eine Vorabprüfung des Zustandes gemacht wurde, kann man seine Notizen wunderbar dafür nutzen den „Schlachtplan“ zu erstellen.

Als Empfehlung kann ich mit auf den Weg geben, immer mit dem Ausputzen beginnen. Also krankes und schadhaftes Material entfernen. Abhängig von der Jahreszeit fallen sehr unterschiedliche Tätigkeiten an, die dann in einer möglichst sinnvollen Reihenfolge erledigt werden sollten. Wie beim Hausputz gilt der gute Rat: von oben nach unten putzen. Also erst Baum und Strauch, dann Staude und Beet zu bearbeiten.

Das Ende eines jeden Gartenschlachtplans sollte nachstehende Reihenfolge bilden – sofern diese Tätigkeiten anfallen:

  • Boden mit Harke lockern, dabei unliebsame Spontanvegetation entfernen
  • Dünger ausbringen
  • Gießen
  • Mulch aufbringen oder erneuern

Diese Reihenfolge leuchtet ein, wenn man sich überlegt wie es in anderer Reihenfolge abliefe. So wirkt es wenig zielführend als erstes Mulch aufzutragen, diesen dann reichlich zu gießen und im Anschluss den Dünger obenauf zu streuen, nur um dann alles mit der Harke umzurühren. Wenn einer der Punkte nicht nötig ist, dann dennoch die Reihenfolge der übrigen Punkte beachten und beibehalten.

Da nach dieser gründlichen Voranalyse bekannt ist, welches Werkzeug zum Einsatz kommen wird, sollte man hier auch nochmal einen gründlichen Blick riskieren.

Sind die Gießkannen, Schläuche, Spritzgeräte sauber und intakt?

Sind die Schneidewerkzeuge geputzt, geschärft und desinfiziert (Sollte man ja eigentlich machen, bevor es in den Schrank zurückkommt, aber Kontrolle schadet nicht)?

Sind Düngemittel, Substrate, Mulchmaterialien in einwandfreiem Zustand (es steht zwar selten ein Haltbarkeitsdatum auf Rindenstücken, aber auf Dünger und Spritzmittel sehr wohl und das aus gutem Grund)?

Ist der Rasenmäher geputzt und ggf. betankt? Das gilt auch für Motorsensen, Heckenscheren etc.

Sind die Gartenkleider inklusive Hut sauber genug für den Einsatz?

Reicht der Sonnenschutz, oder stelle ich mir einen mobilen Sonnenschirm auf?

Wenn man alles, was man benötigt vorab prüft und Mängel korrigiert kann der Gartentag ungehindert starten. Und es kommt zu keinen unnötigen Verzögerungen. Und wenn man schlau war, hat man alles, was man kontrolliert hat auch gleich für den Einsatz bereitgelegt und kann zügig mit der eigentlichen Gartenarbeit starten.

Klingt alles umständlich und aufwändig – ist es aber durchaus wert!