Oberflächliche Fakten für ein tiefgründiges Thema:
„Boden„
Mit Boden kann je nach Kontext sehr Vieles gemeint sein. Und mit dem Thema kann man leicht mehrere Jahre Hochschulkurse gestalten.
Daher möchte ich hier nur oberflächlich betrachten, was es lohnt für den eigenen Garten zu wissen, oder zumindest schon mal gelesen zu haben.
Im Garten bezeichnet Boden, die durch Menschenhand geschaffene Erdschicht. Diese entsteht durch die Bearbeitung von natürlich entstandenen Erdschichten.
Außerdem ist Gartenboden der Lebensraum für Pflanzen und Tiere. Nach unten endet Boden da, wo lockeres und festes Gestein beginnen. Nach Oben hört Boden normalerweise da auf, wo Vegetation oder Atmosphäre beginnen.
Gartenboden (Hortisol) besteht aus mineralischen, sowie organischen Anteilen. Das heißt, dass Mineralien, wie Sand oder Ton mit organischen Stoffen, also zersetzten tierischen und pflanzlichen Stoffen vermischt sind.
Im Idealfall zeichnet sich der Gartenboden durch einen mächtigen und humusreichen Oberboden aus. Enthält also neben den wichtigen mineralischen Anteilen einen hohen Anteil an unterschiedlichen und unterschiedlich stark zersetzten organischen Substanzen.
Gartenböden werden spezifiziert als:
Bodenklassen
- Bodenklasse 1: Mutterboden, Zwischenboden
- Bodenklasse 2: Wasserhaltender Boden, Schöpfboden
- Bodenkasse 3: Leichter Boden
- Bodenklasse 4: Mittelschwerer Boden, Stichboden
- Bodenklasse 5: Schwerer Boden, Hackboden
- Bodenklasse 6: Leichter Fels
- Bodenkasse 7: Schwerer Fels
Bodenarten
Sand: Körner mit einem Durchmesser von 0,063 mm bis 2 mm
Schluff: Körner mit einem Durchmesser von 0,002 mm bis 0,063 mm
Ton: Partikel mit einem Durchmesser kleiner 2 µm (entspricht 0,002 mm)
Lehm: ein Gemisch von Sand, Schluff und Ton in etwa gleichen Anteilen
Bei der Einteilung nach Bodenarten werden nur die genannten Mineralien nach ihrer Körnung bewertet. Andere Aspekte werden bei dieser Einteilung nicht berücksichtigt. (Bodenarten nach Albrecht Daniel Thaer)
Das ist lediglich ein Exzerpt dessen, wie man Boden in Kategorien und Schubladen einsortieren kann.
Wie der eigene Boden beschaffen ist, lässt sich für den Hausgebrauch zum Glück recht leicht ermitteln.
Dazu nimmt man eine Hand voll leicht feuchter Gartenerde und drückt sie mit den Händen zusammen. Es darf, muss aber keine perfekte Kugel werden. Das Erde-Gebilde jetzt auf der offenen Hand liegen. Mit einem Finger der anderen Hand auf das Gebilde drücken.
Wenn es zerfällt und kleine Brösel entstehen ist der Boden eher sandig.
Wenn es etwas mehr Drücken braucht bis es zerfällt und eher Klumpen und Klümpchen entstehen handelt es sich wahrscheinlich um ein Ton-Sand-Gemisch
Wenn der Klumpen sich eher wie Knetmasse verhält kann man von lehmigem Boden sprechen.
Um den Humusanteil zu ermitteln gibt es mehrere Möglichkeiten. Je nachdem, wie genau man es wissen möchte.
Bereits die Farbgebung der Erde ist ein Hinweis. Humusarme Böden sind tendenziell hell, humusreiche Böden sind sehr dunkel bis hin zu schwarz.
Weiteren Aufschluss über den Humusgehalt kann der Wasserglastest bieten. Dazu werde ich noch einen separaten Beitrag schreiben.
Sandige Böden werden auch als „Leichte Böden“ bezeichnet.
Böden mit hohem Lehm- oder Ton-Anteil werden als schwere Böden bezeichnet.
Humose Böden können sowohl sandig, als auch lehmige Böden sein. „Humos“ bezeichnet nur, dass ein hoher Humusanteil gegeben ist, besagt aber noch nicht in welcher Form der mineralische Anteil vorliegt.
Dadurch entstehen dann die Mischbegriffe wie zum Beispiel:
mager sandig
sandig humos
schluffig
lehmig humos
tonig humos
Und was fange ich jetzt mit diesen eventuell neuerworbenen Erkenntnissen an?
Schau doch mal hier rein :